SG Olympia 1896 Leipzig II - Turbine Leipzig

Zum letzten Nachholspiel gastierte am gestrigen Dienstag der SV Turbine Leipzig bei der zweiten Vertretung der SGO. Ausnahmsweise durfte das Spiel auf der heiligen Mühlwiese ausgetragen werden, was dem Spiel der Mannen von Trainer Kovacs extrem entgegen kam. Die Mannschaft dankt dem Platzwart und der Abteilungsleitung für das Zugeständnis!

Kovacs musste erneut mit einer besonderen Kadersituation umgehen und präsentierte eine Startelf mit 19,87 Jahren Durchschnittsalter. In den Anfangsminuten merkte man den jungen Wilden an, dass sie dem Spiel ihren Stempel aufdrücken wollten, allerdings war hier vielleicht etwas Übermut und Sorglosigkeit unterwegs, denn viel zu oft konnten die Gäste den Ball am Olympiastrafraum erobern, oder scheiterten nur am exzellent mitspielenden Breuer im Olympiator, welcher häufig eine Fußspitze vor dem Gegner am Ball war.

Nach vorn sah das Olympiaspiel sehr ansehnlich aus, das Mittelfeld gehörte komplett der Heimelf. Lediglich in der letzten Konsequenz beim Zug zum Tor offenbarten sich Mängel in der Direktheit, Zielstrebigkeit und den Laufwegen, weshalb es noch beim 0:0 blieb. Die erste große Olympiachance hatte dabei Thal, welcher einen 40Meter Diagonalball erläuft, aber aus spitzem Winkel den Mitspieler nicht sieht, sodass der Ball am Außennetz  landete.

Nach 10 Minuten gab es dann die erste Olympiaecke. Eingeteilt war hier Wötzel und dieser zog den Ball direkt aufs Tor, wo das Spielgerät vom Bauch des Gegners in die Maschen fiel. Leider sah der kleinlich, aber sehr gut pfeifende Schiedsrichter Stracke, ein Stoßen und entschied somit auf Freistoß für Turbine. Schade, aber wohl vertretbar.

Nur zwei Minuten später steckt Thal endlich direkt durch und findet Bardoux, welcher über rechts in den Strafraum zieht und seinen Abschluss bewusst knapp neben das Tor zieht, sodass der hereingrätschende Verteidiger keine andere Wahl hat, als den Ball ins eigene Tor zu wuchten. Ein Schelm, wer hier unterstellt, er hätte den Abschluss verzogen! Sei es drum, Olympia führte!

Kurz darauf dann einer der zu vielen Aussetzer in der Olympiadefensive. Doktor verliert den Zweikampf, Alter und Stenz sind nicht sortiert und so stehen zwei Turbineangreifer völlig blank im Strafraum. Zum Glück trifft der Ballführer eine falsche Entscheidung und spielt seinen, im Abseits stehenden Mitspieler, an, sodass das folgende Tor nicht zählte.

Danach viele Ungenauigkeiten auf beiden Seiten. Olympia zwar klar spielbestimmend, aber durch zu viele Abspielfehler nicht zielführend, bis zur 26. Spielminute. Richter mit tollem Solo auf links. Scharfer Ball ins Zentrum und dort stand Tim, "der Holzfuß" Dörr und nagelt das Ding aus 17 Metern direkt ins Netz. Prädikat "Selten aber dennoch geil"

Diese Führung sollte Sicherheit geben, doch leider mutierte die Abwehrreihe der SGO zur Fraktion "FummelFummel" und brachte sich so mehrfach in Bedrängnis. Besonders gefährlich wurde es, als sogar am eigenen 5Meterraum zum Dribbling angesetzt wurde und es einer Sensationsparade von Breuer bedurfte um die Null zu halten.

Olympia konnte nun jedoch in der Offensiven zunehmend die Konditionsvorteile ausspielen und so passierte es nicht selten, dass 3,4 oder 5 Olympiaangreifer auf den letzten Verteidiger zu rennen. Hier fehlte es den jungen Dachsen vielleicht noch etwas an Cleverness, denn es dauerte bis zu 39. Minute, bis Bardoux auf rechts ins Tempo kommt, Richter in der Mitte findet und der auf 3:0 erhöhen kann.

Kurz vor der Pause war dann nochmal Breuer gefordert. Beide 6er gönnten sich ein Nickerchen, die Abwehr sang das Schlaflied, nur Breuer war hellwach und kratzte einen scharfen Schuss, gegen die Laufrichtung aus dem Angel. So kann man sich beim zuschauenden Trainer der 1.Herren anbieten! Bockstark, was der Schlussmann heute ablieferte.

SG Olympia 1896 Leipzig II - Turbine Leipzig

Danach war Pause und es gab trotz deutlicher Führung eine Menge an Korrekturbedarf. So kam es auch zu einem personellen Wechsel. Der unglücklich agierende und kränkelnde Melcher machte Platz für Pohl, welcher bei archäologischen Ausgrabungen im Rosenthal wiederauferstanden ist und zu seinem ersten Einsatz für die Zweite kam.

Sofort versuchte besagter Pohl das Spiel an sich zu reißen. Nicht immer glücklich, aber stets beim Ballgeschehen, verbreitete er Schrecken beim Gegner. Lediglich die Defensive wollte heute nicht funktionieren, sodass Turbine einen ausgespielten Freistoß nur Zentimeter neben das Tor setzte. Kurz darauf geht Pohl mit viel Dynamik in den Strafraum und kommt zu Fall. Die Spatzen pfiffen von den Dächern "Strafstoß", die Schwalben saßen unten und erwiderten "Ätsch verarscht"...Schiedsrichter Stracke entschied auf Weiterspielen. Eine sehr diplomatische und angreiferfreundliche Entscheidung.

Turbine ging nun allerdings endgültig die Luft aus und es war nur der schwachen Abschlussquote von Olympia zu verdanken, dass es immernoch 3:0 stand. Nach 60 Minuten nahm sich Sachsenröder ein Herz und dribbelte mit einem seiner (zu) vielen Solos in den 16er. Dort schlägt der Verteidiger wie eine Dampframme von der Seite bei Sachsenröder ein und so hat der Unparteiische keine andere Wahl, als auf Strafstoß zu entscheiden. Melcher als Schütze war draußen, Breuer als zweitem Aushelfer aus der ersten Vereinsvertretung wollte man den langen Weg nicht zumuten und so durfte Wötzel antreten, welcher gewohnt sicher verwandelte, obwohl der Torhüter in der richtigen Ecke war.

Um etwas mehr Sicherheit in die Abwehr zu bringen und den noch nicht wieder 100% fitten Alter zu schonen, kam kurz darauf Sachse in die Partie. Breuer freute sich, war er jetzt die Alterspräsidentenrolle los und draußen erhoffte man sich mehr Sicherheit in der eigenen Defensive. Kurzfristig funktionierte dies auch und in der Offensive konnte man nun auch mehr Chancen erarbeiten. Die beste hatte der etwas unglücklich agierende Thal, doch auch hier traf er allein vorm Torhüter nur den Boden statt den Ball. Dass der Torhüter der Gäste hier einen kurzen mentalen Aussetzer hatte und den jungen Stürmer hier einer Schwalbe bezichtigte, sollte er bald bereuen. Einen Rückpass antizipiert Richter perfekt und hält beim Klärungsversuch den Fuß dazwischen, sodass der Ball in perfektem Bananenbogen zum 5:0 im Netz landete.

Dies sollte gleichzeitig die letzte Aktion von Richter sein, welcher, wie Wötzel, fürs Wochenende geschont wurde, sodass Kündiger und nochmals Melcher den Rest des Spiels absolvierten.

Von draußen forderten alle den Fokus auf das zu Null, doch das wäre auch vielleicht etwas sehr viel Glück gewesen, sodass es in der 81. Spielminute Bondarenko war, welcher aus 30 Metern das 5:1 markierte. Böse Ketzer meinen, Breuer hätte den Ball bewusst passieren lassen, um seine "zu Null Kiste" zu sparen. Hierzu wird es ein Verfahren vor dem CAS geben, um diese Vermutung des Hochverrates aus dem Weg zu schaffen.

Bis zum Ende passierte nichts nennenswertes mehr, sodass sich festhalten lässt, dass Olympia das Spiel dominierte, in Teilen aufblitzen ließ, welches Potential in der Mannschaft steckt, aber auch festzuhalten ist, dass eine etwas bessere Chancenverwertung von Turbine hier ein völlig anderes Ergebnis hätte erzeugen können. Letztlich wandern drei immens wichtige Punkte aufs Olympiakonto und das Team weg vom direkten Abstiegsplatz. Es gilt nun die guten Ansätze zu konservieren und an den Schwächen zu arbeiten, um am Samstag beim Roten Stern bestehen zu können. Im Hinspiel rang man dem Favoriten aus Connewitz ein 0:0 ab und geht somit optimistisch ins Spiel.

Es spielten: Breuer, Doktor (MK), Alter (66. Sachse), Stenz, Dörr, Wötzel (74. Kündiger), Bardoux, Melcher (46. Pohl), Sachsenröder, Thal, Richter

Tore: 1:0 Bardoux, 2:0 Dörr, 3:0 Richter, 4:0 Wötzel (FE), 5:0 Richter, 5:1 Bondarenko

Karten SGO: keine
Axa
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