Nach über 3 Monaten Pause, in welcher nur 2 Hallenturniere (4.Platz beim Herrenturnier in Weixdorf und 6. Platz bei der Vorrunde zu den Futsallandesmeisterschaften) sowie ein gemeinsames Testspiel mit der 2. Herren (5:1 Sieg gegen KSC II) absolviert wurden, stand direkt ein Kracher auf dem Programm. Zu Gast auf der gut bespielbaren Mühlwiese war Tabellennachbar Chemie Leipzig. Die Leutzscher lagen nur einen Punkt hinter der SGO und konnten in der Vorwoche ein 7:0 im Nachholer gegen Kickers Markkleeberg verbuchen.

In Abwesenheit von Dörr (Arbeit), Köhler (Verletzung), Varnhorn (persönlich verhindert), Kaenders (Studium) und Kolb (Krank), standen nur 14 Spieler zur Verfügung, wobei Wötzel stark angeschlagen war und Günther noch massiven Trainingsrückstand hatte. Trotzdem war man äußerst gewillt den Anschluss zu Tabellenführer Grimma zu halten und Platz 2 zu verteidigen. Die Beobachterkulisse am Spielfeldrand, welche u.A. aus C1- und B2-Trainer, Torwarttrainer der ersten herren sowie dem Vereinspräsidenten bestand, tat ihr Übriges und so begann das Spiel mit wachen Olympioniken. Gegen einen anfangs auf Augenhöhe spielenden Gegner übernahmen die Rosentaler sofort die Spielkontrolle und setzten die Trainervorgaben gut um. Sehr zeitnah konnte eine zu lang geratene Flanke perfekt in den Rückraum gelegt werden, die Direktabnahme ging jedoch übers Tor.

In der 9. Spielminute gab es dann einen Freistoß aus Halbposition, welchen Alter eigentlich schlecht an den Rücken von Richter schießt. Der Klärungsversuch von Chemie misslingt allerdings und so landet der Ball bei Alter, welcher aus 30 Metern direkt Maß nimmt und den Ball unhaltbar im Knick versenkt.

Olympia danach weiter besser, allerdings nur bei Standards zwingend, doch 2 Ecken segelten knapp am Tor vorbei. Ab der 20. Spielminute flachte das Spiel etwas ab, was Chemie, wie bereits im Hinspiel, zurück ins Spiel holte. Zunehmend zeigten sich auch die erwarteten Erschöpfungssyndrome von Wötzel und eine Leistenblessur vom zweiten 6er, Staak, verschafften Chemie zu viel Raum. Bis zur Pause waren die Gäste hier klar besser und kamen in der 32. Spielminute zum verdienten Ausgleich durch Lattka, welcher nach gutem Dribbling von Wecker, aus Nahdistanz vollstreckte.

Bis zur Pause dann ein Spiel auf überschaubarem Niveau. Olympia zu weit weg, nicht bissig genug und zu kompliziert im Spielaufbau, Chemie nicht zielstrebig genug in Richtung Tor. So gab es nur eine Chance auf jeder Seite. Einmal verpasste Manewaldt für Chemie eine Hereingabe, sodass diese ins Toraus flog, mit dem Pausenpfiff konnte Wötzel einen Rückpass von der Grundlinie, nach gutem Solo von Sachsenröder, aus 5 Metern nicht im Tor unterbringen.

In der Pause gab es dann einen Wechsel. Der völlig erschöpfte Wötzel machte Platz für Reiber und Thal bespielte nun die „6“. Auf der von ihm ungeliebten Position überzeugte er, wie bereits im Test in der Vorwoche, und zeigte seine beste Saisonleistung.

Die ersten Minuten der 2. Halbzeit gehörten wieder Olympia. Schwungvoll, dynamisch und hinten wieder sicherer gewann man die Spielkontrolle zurück und so dauerte es nur 4 Minuten, bis Thal die Unsicherheit von Müller im Chemietor nutzte und aus 25 Metern abschloss. Müller konnte zwar parieren, prallte den Ball jedoch genau vor die Füße von Höpel, welcher zur umjubelten Führung einschob.

Anschließend folgte die beste Olympiaphase, gegen keineswegs schwache Chemiker. Ordnung, Disziplin und attraktiver Kombinationsfußball, gepaart mit einer soliden Defensivleistung, sorgten für ein Lächeln im Trainergesicht. Die logische Konsequenz war es, dass die Gastgeber in der 61. Spielminute nachlegen konnten. Bei einer Flanke von rechts hat Neuzugang Schmahl viel zu viel Platz um seine Qualitäten im Kopfballspiel zu zeigen. Uneigennützig köpft er vor dem 5-Meterraum quer zu Richter, der dankend vollstreckt und die vermeintliche Vorentscheidung bescherte.

Leider zeigten sich in den Folgeminuten die Blessuren bei Staak immer deutlicher, sodass wieder Raum im Zentrum entstand und die Defensive der Gastgeber zunehmend unter Druck geriet. Chemie wollte die Punkte einfach nicht herschenken und versuchte alles um die kleinen Fehler der SGO zu bestrafen, scheiterte jedoch meist am letzten Verteidiger. Bedingt durch Staaks Verletzung musste das System umgestellt werden, was kurzzeitig für nachvollziehbare Abstimmungsprobleme sorgte, jedoch aufgrund der Personalsituation nicht vermeidbar war. Nicht dieser Umstellung zuzuschreiben bleibt jedoch der erneute Anschlusstreffer durch Wecker, als Meyer bei einer Ecke unbedrängt quer köpfen konnte, sodass Wecker aus 2 Metern einnicken muss. Ruge im Olympiator war bei beiden Gegentreffern machtlos und hatte einen undankbaren Tag, denn die beiden Tore stellten die einzigen ernstzunehmenden Chemieabschlüsse aufs Tor dar. Es waren noch 15 Minuten zu spielen und jetzt begann das große Zittern. Olympia gingen die Kräfte aus und Not-6er Stenz musste feststellen, dass diese Position und er wohl keine Freunde mehr werden.

Einer geschlossenen Mannschaftsleistung ist es zu verdanken, dass selbst in den brenzligsten Situationen noch ein Olympiaspieler zur Stelle war und das dritte Gegentor verhindern konnte. In den letzten Minuten machte Chemie nun natürlich auf und es ergaben sich Kontermöglichkeiten für die SGO. In sehenswertem Zusammenspiel ist erneut Thal frei im Strafraum, sieht den besser postierten Höpel und der macht den Deckel in der 87. Minute drauf.

Danach gab es noch 2 Chancen für Woltersdorf und Richter, aber ein 5. Tor wäre auch zu viel des Guten gewesen.

Fazit: Die guten Beginne der Halbzeiten zeigten das Potential des Teams. Das Überstehen der Schwächephasen zeugt von einem klasse Teamgeist, in dem jeder seinen Part zu übernehmen hat und das Kollektiv im Vordergrund steht. Die SGO ist weiter Zweiter, muss aber viel arbeiten um wieder über 90 Minuten Leistung bringen zu können.

 

Es spielten:

Ruge, Axmann, Alter, Stenz (MK), Staak (74. Woltersdorf), Wötzel (46. Reiber), Sachsenröder, Thal, Richter, Schmahl, Höpel (87. Günther)

Gelbe Karten: Richter (Unsportlichkeit), Reiber (Foulspiel)

Tore: 1:0 Alter |1:1 Lattka|2:1 Höpel|3:1 Richter|3:2 Wecker|4:2 Höpel

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