Frisch war es am Samstagmorgen auf der Mühlwiese, doch da das Tabellenschlußlicht zu Gast war, dachte sich wohl der ein oder andere, man müsse sich nicht so warm anziehen. Personell mussten wir wieder improvisieren, da Martin weiterhin krank war, dazu Mateo ebenfalls erkrankt ausfiel und Fabi weiterhin verletzt ist. Zu unserer großen Erleichterung stand immerhin unser etatmäßiger Keeper Joni wieder zwischen den Pfosten. Unsere Reihen wurden aufgefüllt durch unseren „alten“ Freund Arthur aus der D2, sowie erneut Sidney (E1), der schon am letzten Samstag dabei war. Wie immer vielen Dank den Jungs an dieser Stelle.

Vor Joni spielten zu Beginn Lukas und Carl als Innenverteidiger, die Außenbahnen beackerten Luca M und Jerome, das zentrale Mittelfeld bildeten Luca T und Leon, während Jonas R als Sturmspitze fungierte. Von der Bank kamen diesmal Arthur und Sidney, die im weiteren Verlauf zum Einsatz kamen.

Nach dem mehr als deutlichen Hinspielerfolg, das mit 15:1 gewonnen wurde, lag unser Fokus vor dem Spiel darauf, die Jungs vor Überheblichkeit zu warnen. Der Gegner war diesmal mit geballter weiblicher Kraft von fünf jungen Damen angetreten und erschien nicht wirklich ängstlich. Wir wollten wie immer unser Spiel durchziehen und dementsprechend offensiv wurde nach dem Anstoß von LVB gepresst. Der Gegner versuchte sich davon durch hohe Bälle nach vorne zu befreien und nach 2 Minuten gab es ein übles déjà vu. Nach schlechtem Zweikampfverhalten und einem haarsträubenden Stellungsfehler unserer Defensivabteilung, konnte der Gegner frei auf Joni zulaufen und das 0:1 erzielen. Die Trainer waren konsterniert, denn es war kaum zu glauben, dass hier die Kopie des letzten Wochenendes ablief, aber es kam noch schlimmer. Keine 2 Minuten später lief der selbe, schlechte Film nochmal ab und es stand 0:2. Wir standen fassungslos an der Seitenlinie und wollten unseren Augen nicht trauen, während der LVB dies vermutlich ebenfalls nicht glauben konnte. Das war denen in dieser Saison auch noch nicht passiert, entsprechend euphorisch war der Gegner nun. Jetzt wurde es in der Coaching-Zone aber doch mal etwas lauter und auch auf dem Platz schimpften die Wortführer im Team. Nach dieser Doppelschelle konnte sich Olympia zum Glück etwas stabilisieren, bekam aber die Gegenstöße des Gegners weiterhin nicht richtig in den Griff. Nach vorne blieb zunächst vieles Stückwerk und vor allem die Ballzirkulation kam nicht so recht auf Touren. Daher sahen wir uns genötigt bereits in der 8. Minute per Doppelwechsel umzustellen, da Carl, der unter der Woche nicht trainieren konnte, mit seinem schnellen Gegenspieler so seine Problemchen hatte. Sidney kam herein, übernahm die Aussenposition von Jerome, während der den defensiven Part übernahm. Außerdem ersetzte Arthur Leon im Mittelfeld. Von da an war endlich etwas mehr Stabilität im Spiel, die Jungs übernahmen mehr und mehr die Spielkontrolle und das Flügelspiel über die schnellen Aussen Luca M und Sidney kam endlich ins Rollen. Schnell wurden Chancen zum Anschluss erspielt, deren Beste wurde, nach einem Pfostentreffer von Luca T, durch Jonas R überhastet vergeben, als er den Abpraller in den Himmel jagte. Olympia blieb zwar am Drücker musste aber noch zwei kritische Situationen überstehen. Einmal verstolperte der Gegner in aussichtsreicher Position und ein zweites Mal brachte Luca T gerade noch die Fußspitze dazwischen und verhinderte den sicheren Einschlag. In der in der 20. Minute belohnte sich das Team dann endlich für die Offensivbemühungen. Der Ball kam auf die linken Seite zu Sidney, der an der Strafraumkante abzog. Luca T, der in der Mitte eingelaufen war, erkannte, daß der Ball vermutlich am Tor vorbeigehen würde, hielt einfach mal das gestreckte Bein hin und ließ die Keeperin von LVB damit komplett ins Leere laufen, während der Ball links neben ihr einschlug. Das gab Olympia zusätzlichen Auftrieb und die eigene Schlagzahl wurde nochmal erhöht. Nach einer schönen Kombination im Mittelfeld bediente Luca T Jonas R mit einem gut getimten Pass. Zum Glück holte Jonas diesmal nicht die grobe Kelle raus, sondern streichelte die Kugel sanft ins untere rechte Eck. Das war der Ausgleich in Minute 22. Bis zur Pause blieb dann alles wie gehabt und aufgrund des zweiten Abschnittes der ersten Hälfte waren wir trotz der defensiven Patzer nicht besorgt.

Während der Unterbrechung versuchten wir kurz die Fehler anzusprechen, munterten die Jungs auf das Spiel der letzten 15 Minuten wieder aufzugreifen, weiter Druck zu machen, das Zweikampfverhalten zu verbessern und das Gegenpressing noch zu verstärken.

Der zweite Abschnitt begann mit Anstoß Olympia und die Jungs setzten sofort die Vorgaben um. Der Ball lief immer besser durch die eigenen Reihen und der Gegner kam nicht mehr wirklich zur Entfaltung. 10 Minuten hielt das Abwehrbollwerk der LVB noch, bevor es in der Folge quasi sturmreif geschossen wurde. Jerome, der heute in der Defensive eine wiedermal mehr als solide Leistung zeigte, drosch den Ball volle Lotte zentral in Richtung Mittellinie, der Ball sprang einmal auf, Jonas gewinnt das Sprintduell gegen zwei Verteidigerinnen und schafft es auch noch den Ball, mit dem Aussenrist, um die herausstürmende Hüterin zu spitzeln. Das Spielgerät trudelte nun in aller Ruhe, zur ersten Führung für Olympia, über die Linie. Jetzt gab es kein Halten mehr, denn nur 2 Minuten später klingelte es schon wieder. Luca T hatte die Pille in der Nähe der Mittellinie bekommen, startete mal wieder einen kleinen Sololauf, legte genau im richtigen Moment nach links auf den freistehenden Namensvetter ab, der ganz trocken, flach ins kurze Eck vollendete. Mit der sicheren Führung im Rücken lief jetzt auch des Kombinationsspiel und so fiel nur 2 Minuten später das nächste Tor. Diesmal beteiligt Jonas R als Vorbereiter und Leon als Vollstrecker, der sich im Strafraum gut freigelaufen hatte und von Jonas mit viel Übersicht bedient wurde. Die Moral von LVB war nun deutlich angeknackst, denn die Gegenwehr wurde zusehends körperlicher und auch das vermeintlich schwächere Geschlecht war nicht zimperlich bei der Wahl der Mittel. Beide Luca's, aber auch Jonas und Sidney machten, auf rustikale Art, Bekanntschaft mit den Mädels von LVB. Aus einer dieser Aktionen resultierte, in der 48. Minute, einer der zahlreichen Freistöße der zweiten Halbzeit für Olympia. Diesmal war Luca T als Schütze an der Reihe. Der hielt einfach mal flach, in die Mitte des Tores, drauf. Eine Mauer gab es nicht, im 16er sprangen alle, in Erwartung eine hohen Balles, in die Luft, die Vollversammlung im Strafraum nahm der Torfrau die Sicht und so stand es 6:2. Immer weiter ging es nach vorn. Jerome und Lukas fingen mittlerweile fast alles an der Mittellinie ab, wobei auch die Mittelfeldspieler und die Aussen defensiv gut mitarbeiteten. Über die Aussenpositonen lief überhaut sehr viel am heutigen Tag, sowohl Luca M, als auch Sidney spielten ihre Schnelligkeit immer wieder aus und starteten tolle Flügelläufe. Es dauerte aber nun doch 7 Minuten bis zu nächsten Treffer. Es war das vielleicht am schönsten herausgespielte Tor des Tages. Luca M eroberte den Ball im Mittelfeld, brachte Jonas R ins Spiel, der den Ball bis zum Strafraum schleppte und dann perfekt auf Arthur passte, der wiederum eiskalt abschloß. Ein typisches Arthur-Tor, der einfach mal wieder genau am richten Fleck stand um zum 7:2 zu vollenden (55. Minute). 3 Minuten später gab es erneut Freistoß für Olympia. Diesmal durfte der emsige Jerome sein Glück versuchen. Der beförderte die Kugel in den Strafraum und da war Sidney goldrichtig eingelaufen, reagierte gedankenschnell und erzielte den 8. Treffer für Olympia. Damit belohnte sich Sidney für eine sehr engagierte Leistung. Was war eigentlich mit der LVB in Hälfte 2 los? Nicht mehr so viel wie vor der Pause, Joni musste nur 2-3 Mal ernsthaft eingreifen, aber völlig überflüssigerweise noch ein Gegentor hinnehmen. Dieser Treffer resultierte aus einer Mischung zwischen Unentschlossenheit und Missverständnis, war aber letztendlich nur ärgerlich und nicht spielentscheidend.

Fazit: Eine grottige erste Viertelstunde, geprägt von fehlendem Zweikampfverhalten und groben Stellungsfehlern, danach tolle Moral bewiesen, echt gesteigert und phasenweise Kombinationsfußball vom Feinsten gespielt. Alle haben gut gekämpft und mit einer richtigen Mannschaftsleistung 3 weitere Punkte eingefahren. Das war der Warm-up, jetzt kommen ein paar andere Kaliber, dann heißt es Farbe bekennen.

von Markus Tränkle
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